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Chorea Huntington

Chorea Huntington

Zu den schweren und zugleich relativ seltenen Erkrankungen des Gehirns zählt auch die Krankheit mit der Fachbezeichnung Chorea Huntington. Das bekannte Haupterscheinungsbild der Erkrankung sind Störungen im Bereich der Bewegung sowie Veränderungen des Wesens, die bis zur Demenz reichen können. Grundsätzlich kann Chorea Huntington jeden treffen, denn die Krankheit kann bei allen Altersklassen auftreten. In den meisten Fällen bemerken die Betroffenen die ersten Symptome der Krankheit in einem Alter zwischen 25 und 40 Jahren. Es kann aber genauso gut passieren, dass sich die Symptome erstmalig schon im Kindesalter oder erst im Alter von 50 Jahren aufwärts zeigen. Chorea Huntington ist eine sehr seltene Krankheit, sodass Experten davon ausgehen, dass in Europa etwa acht von 100.000 Personen betroffen sind. Hierzulande wären das rund 8.000 Bürger. Zur Behandlung werden verschiedene Medikamente eingesetzt, unter anderem auch Gabapentin.

Die Ursachen der Erkrankung

Bei den Ursachen für die Krankheit Chorea Huntington spielt die Vererbbarkeit eine entscheidende Rolle. Denn fast immer resultiert die Erkrankung aus einem Untergang bestimmter Nervenzellen im Gehirn, der genetisch bedingt ist. Ein bestimmtes Gen ist für diesen "Defekt" verantwortlich, welches jedoch nicht geschlechtsspezifisch ist, sodass Männer als auch Frauen unter der Erkrankung leiden. Somit besteht auch bei jedem Kind, bei dem ein Elternteil das defekte Gen in sich trägt, ein Risiko von 50 Prozent, an Chorea Huntington zu erkranken. Konkret tritt bei Chorea Huntington eine krankhafte Veränderung beim Chromosom Vier auf. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es dann, wenn mehr als 36 Cytosin-Adenin-Guanin-Wiederholungen vorhanden sind. Bei gesunden Menschen gibt es diese Wiederholungen nur zwischen 10-30 Mal.

Symptome bei Chorea Huntington und der Krankheitsverlauf

Die ersten Symptome von Chorea Huntington sind relativ unspezifisch und vor allem im Bereich von psychischen Auffälligkeiten und/oder psychischen Störungen zu finden. So zeigen sich die ersten Krankheitssymptome oft in der Form, dass die Betroffenen leicht reizbar sind, deutlich ängstlicher als zuvor sind oder sich auffallend aggressiv verhalten. Neben diesen psychischen Auffälligkeiten kommen bereits im Anfangsstadium häufig auch körperliche Bewegungsstörungen als weitere Symptome hinzu. Dazu können zum Beispiel plötzliche und nicht gewollte ruckartige Bewegungen des Kopfes, der Gliedmaßen (Arme, Hände, Beine) und auch des Rumpfes gehören. Da die Betroffenen im Anfangsstadium von Chorea Huntington oftmals lernen, diese nicht gewollten Bewegungen in "normale" Abläufe zu integrieren, sind die Symptome häufig für Laien nicht erkennbar oder werden als eine überzogene Mimik bzw. Gestik interpretiert.

Im weiteren Krankheitsverlauf zeigen sich im späteren Stadium von Chorea Huntington zusätzliche Symptome, wie zum Beispiel eine auffällige, oftmals abgehakte Sprache, was auf die betroffene Zungenmuskulatur zurückzuführen ist. Zu den sehr ernsten Symptomen, die ebenfalls im späteren Krankheitsverlauf auftreten können, zählen Störungen beim Schlucken. Denn hier besteht die Gefahr, Nahrung zu verschlucken, was wiederum zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führen kann. Auch die psychischen Symptome werden mit fortschreitender Krankheitsdauer deutlich auffälliger und können bis zur Demenz reichen. Im "Endstadium" sind die betroffenen Patienten in der Regel ans Bett gefesselt und benötigen rund um die Uhr Hilfe. Da Chorea Huntington zwar medikamentös behandelt werden kann, zum Beispiel mit Gabapentin oder anderen Antiepileptika, insgesamt aber als nicht heilbar gilt, versterben die Patienten im Durchschnitt etwa 20 Jahre nach Beginn der Erkrankung.

Mögliche Therapien und Behandlungen von Chorea Huntington

Auch wenn Chorea Huntington nicht heilbar ist, so gibt es Therapiemöglichkeiten und Wege, die Symptome und Beschwerden zu lindern. Insgesamt sind die Einflussmöglichkeiten auf den Verlauf von Chorea Huntington jedoch leider relativ begrenzt. Die Ursache von Chorea Huntington lässt sich nicht behandeln, aber die Symptome können oftmals gelindert werden. Dazu kommen beispielsweise Antidepressiva, Medikamente mit dem Wirkstoff Tiaprid oder auch Neuroleptika zum Einsatz. Durch diese sollen die nicht kontrollierbaren Bewegungen so weit wie möglich "normalisiert" werden. Auch das Medikament Gabapentin wird mitunter verwendet. Gabapentin wird vor allem bei Epilepsien eingesetzt, die nur einen Gehirnteil betreffen. Auch bei Chorea Huntington sind nur bestimmte Nervenzellen im Gehirn betroffen, sodass Gabapentin dementsprechend eingesetzt werden kann. Gabapentin bewirkt zum Beispiel, dass die Übererregbarkeit der Nervenzellen verringert wird, was auch bei Chorea Huntington dazu führen kann, dass die durch Überreizung verursachten Bewegungsstörungen (Zuckungen) verringert werden können. Gabapentin wird also zur Linderung der körperlichen Symptome angewendet. Neben Gabapentin und anderen Medikamenten auch verschiedene Therapien als Unterstützung sinnvoll sein, wie etwa eine Physiotherapie oder eine Ergotherapie. SPA Insofern ist das Arzneimittel Gabapentin oft nur ein Baustein der gesamten Behandlung von Chorea Huntington.

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